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Was ist ein B-Finale?

Die Letzten können die Ersten sein.

Autor: Nadine Engel

Jeder, der sich ein wenig mit dem Turniersport in der Islandpferdeszene beschäftigt, kommt nicht um Begriffe wie A-Finale und B-Finale herum. Immer hin sieht man diese Bezeichnung immer wieder im Programmheft, besonders häufig sogar am letzten Tag eines Turniers.

Anders als im Warmblutsport gibt es eher selten direkte Platzierungen nach einer Prüfung. Bei nahezu jeder Ovalbahnprüfung wird zunächst eine Vorentscheidung geritten und dann das A-Finale bei dem sich die besten fünf Reiter noch einmal im direkten Vergleich gemeinsam im Oval messen müssen. Durch dieses Finale wird der Sieger der jeweiligen Prüfung ermittelt. Man könnte das Prinzip wohl mit einem Stechen vergleichen, nur dass nicht alle die gleiche Vornote haben müssen, sondern eben zu den fünf Bestender jeweiligen Prüfung gehören müssen. Platziert werden im Anschluss alle Teilnehmer des Finales.

Ab 30 Startern gibt es auch das B-Finale. Es dient dazu, den Reitern, die knapp am direkten Einzug ins A-Finale vorbeigeschrammt sind, eine zweite Chance zu geben. Natürlich erreicht man bei wichtigen Meisterschaften sehr schnell weit über 30 Starter. Somit dürfen wir uns natürlich auch hier auf der WM2019 über verschiedene B-Finale freuen. Im B-Finale stellen alle Reiter, die durch ihre Noten in der Vorentscheidung auf Platz 6 bis10 gelandet sind, noch einmal ihr Können unter Beweis. Doch das Beste ist, der Sieger des B-Finales löst automatisch noch ein letztes Ticket für das heißbegehrte A-Finale und kann somit weiterhin um den Meistertitel wetteifern.

Es kommt nicht selten vor, dass dieser sogenannte „Lucky Loser“ seine zweite Chance richtig gut nutzt und letztendlich noch auf den Medaillenrängen landet. Denn in jedem Finale starten alle noch einmal unter gleichen Voraussetzungen. Die Noten aus der Vorentscheidung spielen nun keine Rolle mehr, alles steht wieder auf Null. Und so manches Pferd-Reiter-Team spornt es noch einmal zu neuen Leistungen an mit den anderen Besten zeitgleich im Ring zu sein und dem direkten Vergleich standhalten zu können. Nach jedem Aufgabenteil werden nun die Noten vorgelesen – nicht erst eine Endnote nach der Vorstellung. So kann man im Kopf mitrechnen, sich seinen aktuellen Platz vor Augen führen oder mit seinen Fa- voriten mitfiebern. Das ist spannend für Reiter, Richter und Zuschauer.

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Zu schnell für...

Islandpferde sind nicht nur vielfältig, sie sind auch schnell. Im Rennpass können sie über kurze Distanzen Geschwindigkeiten über 50 km/h erreichen. Der Weltrekord über 100 m liegt bei 6,95 Sekunden, also 51,8 km/h. Aufgestellt wurde er auf der Mitteleuropäischen Meisterschaft 2012 von Carina Mayerhofer mit Frami von St. Oswald.

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Der richtige Moment bricht den Rekord

Weltmeister 2017 im Passrennen P1, Markus Albrecht-Schoch, über den Pass.

Autor: Viktoriia Vinokurova

Um der beste Passer zu sein, muss dein Rücken immer fit sein, deine Haltung genau richtig. Du musst Kontrolle über deine Beine haben. Haben Sie gerade an den Reiter gedacht? Nein, gemeint ist das Pferd!

Markus Albrecht-Schoch war 2017 Weltmeister im Passrennen. Er weiß: ein guter Reiter zu sein bedeutet, „ein brillantes Pferd zu haben und in der Lage zu sein, es zu verstehen.“ Für Markus geht es beim Passreiten mehr ums Pferd als den Reiter. Die Erfahrung lehrte ihn, was Pferd und Reiter für den Sieg brauchen: Teamwork und Vertrauen! Und wie bei jedem erfolgreichen Team ist es hilfreich, wenn die Chemie stimmt. „Daher musst du dein Pferd mit Respekt behandeln“, sagt Schoch.

Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg im Passreiten und noch mehr im Passrennen. Unsere vierfüßigen Partner können schwierig und zugleich zuverlässig sein. „Wenn du dich auf dein Pferd verlassen kannst, wenn du es am meisten brauchst – das ist der Moment, an dem sich Geduld und Einsatz auszahlen“, sagt Schoch. Er und sein Pferd Kóngur frá Lækjamóti haben eine ganz besondere Verbindung. Markus wartet lieber auf den richtigen Moment, denn „der richtige Moment bricht den Rekord“, - weiß er.

„Lerne zuzuhören und zu reagieren“, empfiehlt er den Passreitern. Am Ende des Tages „geht es nicht nur um einen brillanten Reiter, sondern auch umein brillantes Pferd. Es gibt Pferde, die ihren Reiter berühmt machen können“. Der Champion verbringt viel Zeit mit Pferden. Er glaubt, wer die Natur der Islandpferde kennenlernt, wird auch verstehen, zu was sie fähig sind. Das Passrennen fasziniert ihn, weil es der einzige Wettbewerb ist, der sich objektiv bewerten lässt.

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